Drucktechniken für Fotobücher: Digitaldruck oder Echtfotobuch?

Drucktechniken für Fotobücher: Digitaldruck oder Echtfotobuch?

Erinnerst du dich noch an die guten alten Zeiten? Man schoss seine Urlaubsbilder mit einer analogen Kamera und gab die Filme anschließend zum Entwickeln ins Labor. Die Durchsicht der fertigen Abzüge war ein spannendes Erlebnis; die besten Abzüge klebte man in ein Fotoalbum – eine kreative Beschäftigung für lange Abende.

Seit dem Aufkommen der Digitalkameras gibt es längst nicht mehr so viele Fotoalben wie früher. Stattdessen führen die meisten Bilder ein mehr oder weniger verborgenes Leben auf einem digitalen Speichermedium. Gerade dies trägt zum Reiz deines eigenen Fotobuchs bei – und die Gestaltung von Fotobüchern am eigenen Rechner ist eine sicherlich ebenso kreative und befriedigende Beschäftigung wie einst das Einkleben von Abzügen in ein Album.

Wenn du fertige Fotobücher betrachtest, merkst du, dass sie sich hinsichtlich der Bindung, des verwendeten Papiers und der Haptik (des Gefühls beim Durchblättern) deutlich unterscheiden. Das liegt an den beiden unterschiedlichen Reproduktionsverfahren, mit denen Fotobücher hergestellt werden.

In diesem Artikel erfährst du alles über diese beiden Techniken. Wir zeigen dir auch, welche davon für dein ganz individuelles Fotobuch am besten geeignet ist.

Vielfältig und preiswert: der Digitaldruck

Vielfältig und preiswert: der Digitaldruck

Beginnen wir mit der preiswerteren Möglichkeit: Die meisten Fotobücher werden im Digitaldruck – genauer: im digitalen Offsetdruck – hergestellt und auf üblichem Digitaldruckpapier mit Glanz-Finish gedruckt. Solche Bücher gleichen in Aussehen und Haptik herkömmlichen Verlagserzeugnissen, wie du sie in der Buchhandlung findest. Bei den meisten Anbietern kannst du zwischen einer ansehnlichen Anzahl unterschiedlicher Formate, Bindungen und Einbandarten wählen.

Bevor die Seiten deines Fotobuchs im Offsetdruck ausgegeben werden können, müssen sie in ihre einzelnen Grundfarben Cyan (Türkisblau), Magenta (kräftiges Pink), Gelb und Schwarz zerlegt und dabei aufgerastert werden. Dieser Vorgang wird als Farbseparation bezeichnet. Die Einzelfarben werden anschließend in vier Druckdurchgängen auf das Papier gebracht.

Du kannst dich selbst davon überzeugen, wenn du ein Fotobuch (oder ein anderes Buch bzw. ein Magazin) unter einer sehr starken Lupe betrachtest. Siehst du nun lauter einzelne bunte und schwarze Punkte, die in einem feinen Raster gedruckt sind, wurde das Erzeugnis im Offsetdruck hergestellt. Wegen des begrenzten Detailwahrnehmungsvermögens unserer Augen siehst du diese Farbpünktchen als einheitliche Fläche, sobald du die Lupe wieder weglegst.

Damit deine Fotos aufgerastert werden können, müssen Sie vom RGB –Farbraum (RGB steht für Rot, Grün und Blau) deiner Kamera und deines Monitors in den für den Offsetdruck benötigten CMYK-Farbraum mit den genannten vier Farben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz umgerechnet werden.

Die beiden Farbräume unterscheiden sich in ihrem Umfang jedoch ganz deutlich: Der CMYK-Farbraum ist erheblich kleiner als der RGB-Farbraum, das heißt, dass mit RGB können sehr viel mehr Farben dargestellt werden als mit CMYK. Stark leuchtende Farben sowie satte Blautöne, die deine Kamera problemlos in RGB festhalten konnte, lassen sich im CMYK-basierten Offsetdruck weniger gut wiedergeben. Was auf dem Display deiner Kamera oder auf dem Computermonitor brillant wirkte, könnte dich deshalb eventuell ein wenig enttäuschen, sobald du das fertige Fotobuch in den Händen hältst. Ähnliches gilt (aus denselben Gründen) auch für die Schärfe deiner Fotos.

Wenn du eine gute Druckerei wählst, darfst du trotzdem mit leuchtenden Farben und einer detailgetreuen Wiedergabe rechnen. Die Qualität deines Fotobuchs sollte dann an einen typischen Bildband heranreichen.

Falls du unsicher bist und bevor du dein Buch in hoher Auflage in Auftrag gibst, solltest du den Anbieter deiner Wahl nach einem Probedruck einiger Seiten fragen.

Die typische Buch-Optik des digital gedruckten Fotobuchs gilt natürlich auch für die Bindung: Zwischen zwei Seiten entsteht ein Bruch, also je nach Bindungsart eine mehr oder weniger deutliche Eintiefung. Wenn du doppelseitige Bilder zeigen möchtest, ist dies eher ungünstig.

Außerdem solltest du bedenken, dass die von dir angelegten Doppelseiten von der Druckerei nicht als solche behandelt werden. Vielmehr werden die Einzelseiten ausgeschossen (in eine passende Reihenfolge gebracht) und auf Druckbögen montiert. Auf einen Druckbogen passen etwa 12 oder 16 Seiten. Beim darauffolgenden Druckvorgang schießen die Papierbögen mit enormer Geschwindigkeit durch die Maschine. Dabei kann es leicht zu minimalen Verschiebungen, so genannten Passerungenauigkeiten, kommen. Diese und weitere Ungenauigkeiten im nachfolgenden Bindungsprozess führen im ungünstigen Fall dazu, dass deine doppelseitigen Bilder leicht versetzt dargestellt werden.

Fotobücher im Digitaldruck – Pro und Contra

Pro

  • preiswert
  • wird von den meisten Anbietern hergestellt
  • hoher Seitenumfang möglich
  • viele Formate und Bindungsarten verfügbar

Contra

  • voller Farbumfang der Originalfotos kann nicht wiedergegeben werden
  • Detailzeichnung/Schärfe reicht nicht ganz an die Originale heran
  • für die Abbildung doppelseitiger Fotos weniger gut geeignet

Für besondere Brillanz: das Echtfotobuch

Für besondere Brillanz: das Echtfotobuch

Fotopapier und eine spezielle Bindetechnik machen aus jedem Echtfotobuch ein absolutes Prunkstück – geeignet als Coffeetable-Buch für das eigene Wohnzimmer oder als wertvolles Geschenk für Kunden, Familie oder Freunde.

Beim Echtfotobuch werden deine Fotos nicht im Offsetdruckverfahren wiedergegeben, sondern wie in der klassischen fotografischen Entwicklung durch das Auftreffen von Licht auf eine lichtempfindliche Papierbeschichtung hergestellt. Die Seitenoberfläche solcher Bücher fühlt sich demnach wie ein richtiger Fotoabzug an.

Weil dabei im Gegensatz zum Offsetdruck keine vorherige Rasterung und Umrechnung in den CMYK-Farbraum notwendig ist, sondern eine beliebige Farbe in einem einzelnen Punkt dargestellt werden kann, sind sehr feine Farbabstufungen möglich. Die Farben kommen satt, lebendig und brillant heraus. Farbverläufe, vor allem Hautflächen, wirken im Vergleich zum Offsetdruck regelmäßiger und glatter.

Die Farbpunkte sind winzig und so dicht gepackt, dass sie selbst unter einer starken Lupe nicht zu erkennen sind. Die Auflösung ist somit weitaus höher als beim Offsetdruck.

Ein weiteres besonderes Merkmal von Echtfotobüchern ist, dass sie stets in Leporello-Bindung hergestellt werden: Die Abzüge werden Rücken an Rücken aufeinander geklebt. Dadurch liegen die Seiten des Buchs ganz flach; es gibt keinen Falz und auch ein ärgerlicher Versatz durch Passerungenauigkeiten ist ausgeschlossen – optimale Voraussetzungen für die perfekte, doppelseitige Präsentation deiner Panoramafotos und anderer großformatiger Bilder.

Wegen des Fotopapiers und der besonderen Bindetechnik sind die Seiten des Buchs etwa doppelt so dick wie die Seiten eines im Digitaldruck hergestellten Fotobuchs. Das heißt, dass sich diese Technik für Bücher mit eher geringem Seitenumfang eignet – üblicherweise unter 100. Gerade dies kann ein Vorteil sein, wenn du nur relativ wenige Fotos hast. Ein im Offsetdruck hergestelltes Fotobuch würde dann arg dünn wirken; das Echtfotobuch hingegen nimmt sich hingegen auch bei geringer Seitenzahl wertig und edel aus.

Echtfotobücher – Pro und Contra

Pro

  • brillante, tiefe Farben
  • wirkt auch bei geringem Seitenumfang wertig
  • Leporello-Bindung, deshalb optimale Wiedergabe doppelseitiger Fotos
  • wenige Anbieter am Markt
  • meist nur sehr begrenzte Auswahl an Formaten verfügbar

Contra

  • teurer als Fotobücher im Digitaldruck
  • voller Farbumfang der Originalfotos kann möglicherweise nicht wiedergegeben werden
  • Seitenumfang nur bis ca. 100 Seiten

Bildquellen

  • zefart – shutterstock.com
  • grass-lifeisgood – shutterstock.com
  • Anna Ewa Bieniek – shutterstock.com

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