Wie dir mit der Kompaktkamera perfekte Bilder gelingen

Wie dir mit der Kompaktkamera perfekte Bilder gelingen

Kompaktkameras haben gegenüber Spiegelreflexkameras einen großen Vorteil: Du kannst sie überall hin mitnehmen. Wenn sich unterwegs eine tolle Gelegenheit zum Fotografieren bietet, ist es auf jeden Fall besser, selbst die einfachste Kompakte in der Tasche, als die beste DSLR zuhause im Regal liegen zu haben.

Die große Benutzerfreundlichkeit von Kompaktkameras kann jedoch auch ein Nachteil sein – es genügt, wenn du einfach auf den Auslöser drückst, ohne dir vorher viele Gedanken über das Bild zu machen. Zwar sind moderne Kompaktkameras ziemlich intelligent, aber sie sind nicht unfehlbar. Mit den optimalen Kameraeinstellungen erhältst du meist deutlich bessere Bilder. Dieser Artikel beschäftigt sich mit diesen Parametern.

Verschluss und Blende

Eine gelungene Belichtung ergibt sich aus einer passenden Kombination aus Verschlusszeit, Blende und ISO-Einstellung. Hierbei sind zahllose Kombinationen denkbar, die du in einer bestimmten Situation einsetzen kannst. Stets führen mehrere unterschiedliche Wertekombinationen zu einem gelungenen Ergebnis – je nachdem, welche kreative Bildwirkung du anstrebst.

  • Grundsätzlich fällt durch eine weite Blende mehr Licht auf den Sensor. Das heißt, dass du hier eine kürzere Verschlusszeit wählen musst, damit das Bild nicht überbelichtet wird.
  • Wenn du umgekehrt die Verschlusszeit erhöhst, musst du dies durch eine kleinere Blendenöffnung kompensieren, um dieselbe Gesamtmenge Licht auf dem Sensor zu erhalten.

In den verschiedenen Szene-Modi wie etwa „Porträt“, „Landschaft“, „Makro“ oder „Sport“ trifft deine Kompaktkamera diese Entscheidung für dich: Sie wählt automatisch eine Kombination aus Verschluss- und Blendeneinstellungen, die erfahrungsgemäß gut zu der jeweiligen Situation passen.

Im Modus „Porträt“ wird beispielsweise eine weit geöffnete Blende verwendet, damit der Hintergrund verschwimmt. Im Modus „Landschaft“ ist die Blende hingegen klein, sodass der Hintergrund auf dem Bild genauso scharf wirkt wie der Vordergrund. Im Modus „Sport“ wählt die Kamera eine möglichst kurze Verschlusszeit, um die Bewegung des Motivs einzufrieren, gleichzeitig aber eine große Blende.

Nutze diese Motivprogramme kreativ; meist erhältst du so durchaus gelungene Bilder.

Die Bildschärfe

Es gibt zwei völlig unterschiedliche Faktoren, die Unschärfe ins Bild bringen können: eine nicht präzise Fokussierung und eine unerwünschte Bewegung des Motivs.

Leider kannst du diesen Problemen nur mit entgegengesetzten Maßnahmen begegnen: Möchtest du präzise auf mehrere Motive fokussieren, beispielsweise deine Familie im Urlaub vor einer baulichen Sehenswürdigkeit, benötigst du eine kleine Blende, damit das ganze Bild von vorne bis hinten knackscharf dargestellt wird. Auf der anderen Seite lassen sich die lebhaften Bewegungen der Kinder nur durch eine kurze Verschlusszeit einfrieren – und dazu brauchst du in vielen Fällen eine weitere Blende, damit das Bild nicht zu dunkel wird.

Du kannst dieses Problem beispielsweise dadurch reduzieren, dass du auf den wichtigsten Bildteil fokussierst. Dadurch werden die abgebildeten Personen optimal dargestellt, auch wenn die Sehenswürdigkeiten im Hintergrund vielleicht etwas weniger scharf wirkt.

Glücklicherweise bevorzugen die automatischen Fokus(AF-)Systeme das Objekt, das sich am nächsten an der Kamera befindet. Das genügt meist, um sicherzustellen, dass die Personen im Vordergrund scharf abgebildet werden (vorausgesetzt, dass sie sich im Erfassungsbereich des AF-Sensors befinden).

Manche Kompaktkameras verfügen über eine Fokussperre, mit der du dich auf den gewünschten Bereich konzentrieren und dann den Bildausschnitt für eine bessere Komposition neu ausrichten kannst.

Du kannst ganz einfach prüfen, ob deine Kamera eine Fokussperre besitzt:

  • Richte deine Kamera auf ein Objekt in der Nähe und drücke den Auslöser halb herunter.
  • Wenn nun ein grünes Licht aufleuchtet, auch wenn du die Kamera umherbewegst, hat sie Kamera fokussiert und die Fokusautomatik ist gesperrt.
  • Vollends davon überzeugen kannst du dich, indem du den Auslöser weiterhin halb gedrückt hältst, die Kamera auf einen weiter entfernten Gegenstand richtest und dann den Auslöser ganz durchdrückst. Das entfernte Motiv sollte im resultierenden Bild unscharf erscheinen.

Das klingt zunächst sinnlos, denn niemand wünscht sich unscharfe Bilder – es bedeutet aber, dass der Fokus unverändert geblieben ist, während du die Kamera bewegt hast. Du weißt nun, dass die Fokussierung und die Bildkomposition unabhängig voneinander funktionieren – und das ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für gelungene Aufnahmen.

Die ISO-Einstellung

Genau wie die Verschlusszeit und die Blendeneinstellung hat auch die ISO-Einstellung starke Auswirkungen auf die Qualität deiner Fotos.

Bei einer sehr hohen ISO-Zahl riskierst du Bildrauschen. Dieses Problem ist bei neueren Kameras nicht mehr so schwerwiegend wie noch vor ein paar Jahren. Die beste Taktik besteht jedoch immer noch darin, eine möglichst niedrige ISO-Einstellung zu wählen. Am besten machst du dich deshalb damit vertraut, wie du die Auto-ISO-Funktion deiner Kompaktkamera abschaltest und den Wert selbst einstellst.

Aber Achtung – eine niedrige ISO-Einstellung bei schlechten Lichtverhältnissen zwingt die Kompaktkamera entweder zu einer langen Belichtungszeit (womit du Bewegungsunschärfe im Bild riskierst) oder zu einer sehr großen Blende (wodurch Fokusunschärfe entstehen kann).

Versuche, diese drei Werte miteinander auszubalancieren. Hier macht vor allem Übung den Meister. Eine gute Hilfe ist es auch, die Kamera beim Fotografieren statischer Motive etwa in der Dämmerung auf ein Stativ zu setzen.

Blitzeinstellungen

Wenn du deine Kompaktkamera sich selbst überlässt, aktiviert sie bei schwachem Umgebungslicht den Blitz. Damit kannst du dein Bild ruinieren – ein gutes Beispiel dafür ist der Schnappschuss von deinem Sprössling, der die Kerzen auf seinem Geburtstagskuchen ausbläst. Hier solltest du den Blitz auf jeden Fall ausschalten, sodass die Umgebungsbeleuchtung voll zur Geltung kommt.

Ein weiterer Grund, den Blitz auszuschalten, sind unschöne Reflexionen auf glänzenden Gegenständen oder Situationen, in denen der Kamerablitz absolut keine Chance hat, das Motiv auszuleuchten. Ein Beispiel sind etwa Nachtaufnahmen.

Im Nachtaufnahme-Modus ohne Blitz wird die Belichtungszeit verlängert. Du solltest dann deine Kamera auf ein Stativ setzen (natürlich tut es auch eine Mauer oder etwas Ähnliches), um der verlängerten Belichtungszeit Rechnung zu tragen und Verwacklungen zu vermeiden. Aus demselben Grund arbeitest du außerdem am besten mit dem Selbstauslöser.

In anderen Fällen kann der Blitz durchaus gute Dienste leisten, auch in Situationen, in denen auf den ersten Blick gar keiner nötig ist – zum Beispiel, wenn du im Freien an einem sonnigen Tag oder unter einer starken Deckenbeleuchtung fotografierst. Dann hast du stets mit starken Schatten zu kämpfen, die dazu führen kann, dass beispielsweise Augenhöhlen komplett verschattet abgebildet werden.

Du reduzierst die Schatten und erhältst eine schönere Aufnahme, wenn du den Füllblitz deiner Kamera einschaltest (sollte es keinen Füllblitz-Modus geben, nimm alternativ einfach den normalen Blitz). Der einzige Nachteil ist ein kleiner Lichtreflex in den Augen des Porträtierten. Diesen kannst du jedoch bei Bedarf leicht in deinem Bildbearbeitungsprogramm entfernen.

Titelbild © Florian Gleisenberg / pixelio.de

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