Wer gerne Landschaftsaufnahmen fotografiert oder das Bild einer Skyline anfertigen möchte, der wird sich bestimmt schon das ein oder andere Mal geärgert haben, dass man große Weiten nicht mit einem normalen Bild einfangen kann. Bei manchen Fotos müsste man schon in einem Helikopter kreisen, um alles auf ein Bild zu bekommen. Allerdings besteht dann natürlich das Problem, dass das Bild dann schlecht aufgelöst ist und Details nicht zu erkennen sind. Abhilfe schafft hier das Panoramabild.
Von der ersten Panoramakamera bis zum Stitching
Schon 1845 wurde die erste bekannte Panoramakamera konstruiert, da die einzige andere Möglichkeit für die Erstellung von Panoramabildern darin bestand, mehrere Einzelfotos mit Schere und Kleber zu verbinden. Das Resultat war dementsprechend oft unbefriedigend, weswegen die Entwicklung spezieller Kameras vorangetrieben wurde. Die ersten Panoramabilder waren allerdings militärischer Natur und dienten der Schlachtvorbereitung und der Kartenerstellung. Erst später und dank des Wandels von Glasplatten zu Rollfilmen kam die Panoramakamera auch in den Privatgebrauch.
Spezielle Panoramakameras gibt es heute immer noch, allerdings werden diese hauptsächlich von Profi-Fotografen verwendet. Für den Hobby-Fotografen reicht eine handelsübliche Digitalkamera aus, um eine Panoramabild zu erstellen, manche Kameras bieten direkt einen Modus, mit welchem man mehrere Einzelaufnahmen durchführt und die Kamera rechnet diese zusammen. Ähnlich funktioniert das so genannte Stitching. Hier müssen Sie manuell mehrere Fotos schießen und diese hinterher am Rechner mit einer Software wie Photoshop oder dem kostenlosen Hugin zusammenfügen. Am Ende des nächsten Abschnitts sind zwei Video-Tutorials eingebunden.
Worauf muss ich bei den Aufnahmen für ein Panoramabild achten?
Es gibt einige wichtige Punkte, welche Sie beachten müssen, wenn Sie ein Panoramabild erstellen wollen, unabhängig von der Software, mit der Sie das Panoramabild zusammenfügen:
1. Verwenden Sie nach Möglichkeit ein Stativ. Freihandaufnahmen sind auch möglich, allerdings dürfen Sie sich so wenig wie möglich bewegen, damit der Standpunkt gleich bleibt. Bei Aufnahmen per Hand kann es zudem passieren, dass man die Kamera neigt, dies ist für Software schwieriger auszugleichen. Mit einem Stativ gelingen die Aufnahmen leichter.
2. Benutzen Sie die gleiche Brennweite. Bei der Erstellung der Einzelbilder sollten Sie zwischen den Aufnahmen nicht Ein- oder Auszoomen, bei unterschiedlicher Brennweite wird das Panoramabild nicht gelingen.
3. Die Einzelaufnahmen müssen überlappen. Ihre Einzelaufnahmen sollten eine Überlappung von 25 bis 50 Prozent vorweisen, damit die Software diese besser zusammenfügen kann. Bei weniger ist eine Überblendung nicht möglich. Denn die Software legt die Bilder übereinander und fügt sie dann zusammen.
4. Achten Sie auf bewegliche Objekte. Falls Menschen durch das Bild laufen oder Autos eine Straße entlang fahren, kann dies für unfreiwillige Effekte sorgen. Einer wäre der Ghost-Effekt, dass die bewegten Objekte transparent sind oder es gibt Klone, d. h., ein Fußgänger taucht mehrmals auf dem Panoramabild auf.
5. Verändern Sie nicht die Belichtung. Nur bei gleichbleibender Belichtung kommt ein vernünftiges Panoramabild ohne Streifen dabei heraus. Deshalb fotografieren Sie entweder nur mit oder nur ohne Blitz. Auch ein Weißabgleich zwischen den Aufnahmen ist kontraproduktiv.
Videotutorials
Kurzes Tutorial zur Verwendung von Photoshop Photomerge
Kurzes Tutorial zur kostenlosen Software Hugin
Verschiedene Arten von Panoramabildern
Am Verbreitesten dürfte das Querformat sein, da es sich vor allem für Landschaftsaufnahmen anbietet. Die folgende Aufnahme wurde aus X Einzelbildern angefertigt.
Bild
Eine seltener genutzte Möglichkeit ist das Hochformat. Der Wasserfall auf diesem Bild ist ein gutes Beispiel dafür, dass man bei einem Panoramabild nicht unbedingt in die Breite gehen muss.
Das dritte Format sieht auf den ersten Blick auch wie ein Panoramabild im Querformat aus, allerdings handelt es sich eher um ein Mosaik. Hier wurden nämlich 175 Bilder nicht nur in der Breite, sondern auch in der Höhe zusammengesetzt. Ein Mosaik-Panoramabild kann also theoretisch auch quadratisch sein. Übrigens hat die folgende Aufnahme eine Originalauflösung von 19.000×6.385 Pixeln!
Das wären erst einmal die wichtigsten Infos zum Thema Panoramabild und so bleibt mir nur viel Spaß zu wünschen, bei den eigenen Versuchen ein Panoramabild zu erstellen.
Bildnachweis
Bild (1): MysterioP CC-BY-SA 3.0
Bild (3): M. Klüber Fotografie CC-BY-SA 3.0
Bild (4): Andreas Trepte, www.photo-natur.de CC-BY-SA 2.5









Gute Zusammenfassung der Panorama Fotografie.
Das Tutorial ist super geschrieben! Den Punkt 1. möchte ich gerne ergänzen:
Panoramafotos gelingen am besten, wenn ein sogenannter Nodalpunktadapter verwendet wird. Weil diese aber teuer sind, sollte bei den Aufnahmen darauf geachtet werden, das man sich eher um die Linse des Objektives als um den Mitelpunkt der Kamera herum dreht. Das geht auch auch freihand, oder mit Hilfe einer Schnur und eines Gewichtes…
In der Panoramafotografie ist das Ermitteln und beachten des Nodalpunktes ein wichtiges Thema!.
Ich will mich anschließen, gut erklärt, gut geschrieben. Mir hat die Seite http://www.leinwandfoto.de/info/de/foto-wissen/panorama-fotografie/ .. auch mit kostenlosen Tutorial zum Erstellen von Panoramas, auch sehr geholfen. Kam mir also alles sehr bekannt vor.
Viele grüße und weiter so!