So inszenierst du deine Ebay-Artikel wie ein Profi

So inszenierst du deine Ebay-Artikel wie ein Profi

Bestimmt kennst du es von dir selbst: Auf deinen Streifzügen durch die Online-Auktionsplattformen achtest du nicht nur auf die Produktbeschreibungen, sondern besonders auf die Fotos, die der Anbieter von seinem Artikel geschossen hat. Angebote mit unansehnlichen Produktbildern verwirfst du möglicherweise gleich wieder, selbst wenn die Beschreibung verlockend klingt und dein Kopf dir sagt, dass das Bild eben von einem nicht besonders begabten Fotografen aufgenommen wurde.

Die Hauptprobleme bei misslungenen Auktionsfotos hast du sicherlich selbst schon wahrgenommen: Nicht zur Sache gehörende Hintergrundelemente, Farbstiche, ominöse Schatten und irritierende Reflexionen ruinieren den Auftritt des schönsten Artikels.

Du kannst es auf jeden Fall besser machen. Die folgende Anleitung zeigt dir, wie du deine Ebay-Artikel professionell in Szene setzt und damit die Chancen erhöhst, gute Preise dafür zu erzielen. Dreh- und Angelpunkt ist ein Fotostudio im Miniaturformat, das du dir selbst auf einer Tischplatte oder einer ähnlichen Fläche aufbaust. Es hüllt dein Objekt in weiches, gleichmäßiges Licht ein, sodass sich seine Oberfläche mit allen Details optimal präsentiert. Der Aufwand ist minimal und du benötigst überhaupt keine handwerklichen Fähigkeiten.

Was du für dein Heim-Fotostudio brauchst

Außer deiner Digitalkamera oder deinem Smartphone und natürlich deinem Auktionsartikel sind nur einige wenige Zubehörteile erforderlich. Die Chancen stehen gut, dass du diese bereits bei dir zuhause findest. Falls nicht, kannst du sie für ein paar Euro im Bürobedarfsgeschäft oder im Baumarkt kaufen. Wenn du immer wieder einmal etwas online verkaufen möchtest, lohnt sich die Anschaffung ganz bestimmt.

Einkaufsliste für das Ministudio

  • Nahtloser, weißer Papierhintergrund, wie er auch von Profis für Objekt- und Porträtfotos genutzt wird. Ist dein Auktionsartikel klein, reicht gegebenenfalls normales Büropapier im A4-Format. Für größere Objekte kaufst du dir weißen Zeichenkarton, etwa im Format A1 oder A0. Achte darauf, dass der Karton deutlich breiter und höher ist als das Objekt, das du fotografieren möchtest. Solchen Zeichen- oder Plakatkarton gibt es im örtlichen Schreibwarengeschäft oder im Online-Bürobedarf. Ideal ist es, wenn du Karton bekommen kannst, der auf einer Seite glänzt und auf der anderen matt ist.
  • Weiße Hartschaumplatten, ebenfalls aus dem Bürobedarf oder aus dem Fotogeschäft. Stattdessen kannst du auch starke, weiße Pappe nehmen, falls du dieses Material bereits zuhause hast.
  • Zwei Halogen-Schreibtischlampen mit neutraler Lichtfarbe und identischer Watt-Zahl. Alternativ eignen sich Baustrahler.
  • Ein Stativ. Wenn du mit dem Smartphone fotografieren möchtest, wirst du um den Kauf eines preiswerten Handy-Ministativs nicht herumkommen. Benutzt du eine digitale Kompaktkamera, kannst du stattdessen auch einfach einen Stapel Bücher, einen Holzklotz oder Ähnliches verwenden.
  • Schere, Cutter und Klebestreifen (am besten Kreppband, das sich leicht wieder ablösen lässt).

So baust du das Miniatur-Fotostudio auf

Wenn du kleinere Gegenstände versteigern möchtest, kannst du dein Ministudio bequem auf einem Tisch aufbauen, den du an eine Wand rückst. Anschließend gehst du folgendermaßen vor:

  1. Klebe die Oberkante des Zeichenkartons oder Papierbogens an die Wand über dem Tisch. Falls du Karton mit einer glänzenden Seite erstehen konntest, kommt diese nach oben. Die untere Kante klebst du auf den Tisch, sodass sich eine Hohlkehle bildet. Diese gebogene Konstruktion verbirgt auf dem Foto den Übergang von der Tischplatte zur Wand.
  2. Darauf legst du einen zweiten Bogen des weißen Kartons. So vermeidest du, dass sich die vordere Papierkante als dunkler Streifen abbildet. Auf dem Foto zeigt sich vielmehr ein gleichmäßiger weißer Hintergrund.
  3. Auf den zweiten Bogen stellst du deinen Auktionsartikel.

Nun benötigst du noch seitliche Begrenzungen und einen Deckel für dein Ministudio. Die seitlichen Begrenzungen sind wichtig, weil du dorthin deine Lichtquellen richten wirst.

  1. Schneide dir aus den Hartschaumplatten vier gleich große Rechtecke, deutlich breiter und höher als das Objekt, das du fotografieren möchtest. Je zwei dieser rechteckigen Platten klebst du an der längeren Seite mit Klebeband zusammen, sodass sich zwei ein auf- und zuklappbare winkelförmige Stellwände mit Klebestreifenscharnieren bilden. In der Fachsprache werden solche Stellwände „V-Flats“ genannt. Postiere die V-Flats rechts und links von deinem Auktionsartikel.
  2. Diese Konstruktion deckst du abschließend mit einer weiteren weißen Hartschaumplatte ab.

Fertig!

So richtest du Beleuchtung und Kamera ein

Jetzt brauchst du nur noch eine professionelle Beleuchtung. Profis richten ihren Blitz oder ihr Dauerlicht nicht direkt auf das Fotomotiv, sondern lassen das Licht sozusagen von einer weißen Fläche – beispielsweise den Studiowänden oder der Studiodecke – abprallen. So entsteht eine schöne, weiche und schattenlose Beleuchtung.

Genauso gehst auch du vor: Richte die beiden Halogen-Schreibtischlampen in das Ministudio – die eine genau auf die Innenseite des linken V-Flat, die andere genau auf die Innenseite des rechten V-Flat. Das Licht wird damit von den weißen Wänden des Ministudios reflektiert und auf den Auktionsartikel geworfen. Wahrscheinlich musst du die Lampen ein wenig umherrücken, bis du den richtigen Abstand gefunden hast. Achte auf jeden Fall eine symmetrische Ausrichtung.

Nun setzt du deine Kamera auf das Stativ, alternativ auf ein paar Bücher oder Ähnliches. Achte darauf, dass der interne Blitz der Kamera abgeschaltet ist, wenn du mit dem Fotografieren beginnst. Das Motiv soll ausschließlich von den beiden Halogenlampen beleuchtet werden. Falls vorhanden, nutzt du den Selbstauslöser, um Kamerazittern durch das Drücken des Auslösers zu vermeiden. So erhältst du perfekte Objektfotos ohne Schatten, die du später kaum mehr in deinem Bildbearbeitungsprogramm retuschieren musst.

Bildquellen

  • Gil C – shutterstock.com

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