So bekommst du mit dem Smartphone eindrucksvolle Makrofotos

So bekommst du mit dem Smartphone eindrucksvolle Makrofotos

Die Welt ist voller kleiner, interessanter Dinge: Eine Blume, ein Schmetterling, die Zehen deines neugeborenen Babys – Makrofotos sind einfach faszinierend! Profi- und ambitionierte Hobbyfotografen stecken viel Geld in Objektive und andere fotografische Ausrüstungsgegenstände, um perfekte Nahaufnahmen zu erzielen. Aber selbst wenn du als Hobbyfotograf mit dem Smartphone unterwegs bist, musst du nicht auf Experimente mit der Makrofotografie verzichten. Sicherlich wirst du nicht die Perfektion von Fotos erreichen, die mit der Spiegelreflexkameras aufgenommen wurden –aber interessante und schöne Bilder wirst du mit den folgenden Tipps und Tricks ganz sicher hinbekommen.

Makroobjektive fürs Smartphone

Für bereits unter 10 Euro erhältst du im Versandhandel Makroobjektive für dein Smartphone. Sie werden üblicherweise durch ein Gummiband, einen selbstklebenden Metallring oder mit einem Magnet auf die Smartphone-Kamera aufgesetzt. Die Qualität dieser Objektive ist recht unterschiedlich. Hier lohnt es sich, ausführliche Testberichte zu lesen oder die Meinung von Freunden und anderen Hobby-Fotografen einzuholen.

Do-It-Yourself-Makroobjektive

Selbst die paar Euro kannst du dir eventuell sparen und im Handumdrehen selbst ein Makroobjektiv für dein Smartphone improvisieren. Anschließend steht deinen Ausflügen in die faszinierende Welt der Nahaufnahmen nichts mehr im Weg.

Der Trick mit dem Wassertropfen

Okay, der folgende Trick ist vielleicht nicht unbedingt etwas für dich, wenn du dein neues Smartphone wie deinen Augapfel hütest – aber er ist durchaus praxiserprobt und funktioniert: Nutze einfach den Lupeneffekt eines Wassertropfens und verwende ihn als Makroobjektiv! Nimm den Tropfen mit einer kleinen Pipette auf, die du für ein paar Cent in der Apotheke bekommst, und setze ihn vorsichtig auf das Objektiv deiner Smartphone-Kamera. Durch die Oberflächenspannung bleibt der Wassertropfen in allen Positionen am Platz, egal, wie du dein Smartphone hältst.

Makroobjektive aus Türspionen, DVD-Laufwerken und defekten Kameras

Nicht überzeugt? Nun gut – hier noch einige Tricks, die dein Smartphone überhaupt nicht mit Wasser in Berührung bringen.

Du brauchst nichts weiter als eine möglichst kleine konvexe Linse, um einen Lupeneffekt zu erzielen. Diese kannst du beispielsweise aus einem nicht mehr benötigten Türspion, einem defekten DVD-Laufwerk, einem Laserpointer oder einer alten Einweg- bzw. Spielzeugkamera ausbauen. Die DIY-Makrolinse lässt sich ganz gut mit selbstklebendem Knetgummi befestigen.

Tipps für gelungene Makroaufnahmen

Die folgenden vier Tipps helfen dir, aus deinen Experimenten mit der neuen Makrolinse das Optimum herauszuholen.

1. Gehe nahe heran – aber nicht zu nahe

Makrofotos sind Nahaufnahmen – und zwar nicht einfach herangezoomte Bilder, sondern Fotos, bei denen du wirklich dicht an das Motiv herangehst.

Allerdings gehört es zu den wichtigsten Voraussetzungen gelungener Makrofotos, dass du Unschärfe an den falschen Stellen vermeiden kannst. Wenn du dein Smartphone nur wenige Zentimeter vom Motiv entfernt hältst, kann es nicht richtig fokussieren. Jedes Smartphone hat eine andere Naheinstellgrenze. Probiere es mit einem Abstand von mindestens 7 cm und lasse das Smartphone auf den Teil des Motivs fokussieren, den du scharf abbilden möchtest. Wenn das nicht funktioniert, vergrößerst du den Abstand ein wenig. Taste dich an die richtige Einstellung heran.

Passiert es dir immer wieder, dass du auf dein Motiv scharfstellst, die Komposition noch perfektionieren möchtest – und dass das Objektiv den Fokus dabei wieder verliert? Nutze in diesem Fall die oft etwas versteckte AE/AF-Sperrfunktion, die gerade bei der Makrofotografie enorm hilfreich ist. Sobald du die AE/AF-Sperre aktiviert hast, werden Fokus und Belichtung unverändert beibehalten, bis du in aller Ruhe die Feinabstimmung deiner Komposition vorgenommen hast.

Beim iPhone beispielsweise berührst du mit dem Finger ein paar Sekunden lang die Stelle auf dem Display, die fokussiert werden soll. Das Fokuskreuz beginnt zu pulsieren. Sobald du den Finger wegnimmst, erscheint die Meldung „AE/AF-Sperre“.

2. Achte darauf, dass volles Licht auf dein Motiv fällt

Das Wort „Fotografie“ stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Schreiben mit Licht“. Tatsächlich ist Licht ist das wichtigste Element, um gute Fotos zu erzielen. Da du aber bei Makroaufnahmen dicht an dein Motiv herantreten musst, passiert es schnell, dass du versehentlich die Lichtquelle blockierst. Achte darauf, dass so viel Licht wie möglich auf dein Motiv fällt, selbst wenn du dazu eine unbequeme Körperhaltung einnehmen musst. Makro-Fotosafaris im Freien sind immer der richtige Anlass für bequeme, robuste Kleidung, die ruhig auch schmutzig werden darf …

3. Fotografiere mit ruhiger Hand oder nutze ein Stativ

Beim Durchlesen von Tipp 1 hast du dich möglicherweise gefragt, wie du das alles bewerkstelligen sollst, ohne vier Hände zu haben Und hier kommen wir zu einem ganz wichtigen Punkt: Selbst minimale Bewegungen während des Auslösevorgangs werden bei der Makrofotografie gnadenlos als Unschärfe im Bild festgehalten.

Die beste Möglichkeit ist ein Smartphone-Stativ. Ein einfaches Modell kostet nicht viel: Ab ca. 8 Euro bist du dabei. Es gibt auch Smartphone-Stative wie etwa das Joby GorillaPod, die du nicht auf eine Fläche stellen musst, sondern an beliebigen Gegenständen – Ästen, Zäunen usw. – festklemmen kannst. Es kostet rund 20 Euro.

4. Nutze die geringe Schärfentiefe zur Bildgestaltung

Ein besonders Kennzeichen der Makrofotofotografie ist die äußerst geringe Schärfentiefe, die durch den großen Abbildungsmaßstab bedingt ist. Die Schärfentiefe wird unter anderem durch die Entfernung vom Motiv beeinflusst – je näher du herangehst, desto geringer wird die Schärfentiefe. Der Hintergrund und oft auch nicht scharfgestellte Objekte im Vordergrund verschwimmen hingegen im Unscharfen. Bei Fotos im extremen Nahbereich liegt oft nicht einmal das gesamte Motiv auf der Schärfeebene, die dann manchmal nur 1 mm „dick“ ist.

Diese geringe Schärfentiefe wirkt in den meisten Fällen durchaus reizvoll und entspricht in gewisser Weise auch unserer Sichtweise auf die Welt: Wenn wir die Augen auf ein Objekt scharfstellen, blendet das Gehirn die meisten Umgebungsdetails aus. Eine geringe Schärfentiefe ahmt dies nach. Dennoch wünschen sich die meisten Makrofotografen verständlicherweise, zumindest das gesamte Hauptmotiv scharf auf den Sensor zu bekommen.

Beim Fotografieren mit einer Spiegelreflexkamera regelst du die Schärfentiefe durch eine entsprechende Kombination aus Brennweite, Blende und Entfernung zum Motiv. Mit deinem Smartphone kannst du lediglich die Distanz steuern. Je näher du an den fokussierten Bereich herangehst, desto geringer wird die Schärfentiefe.

Nutze diese Eigenschaft bestmöglich: Achte darauf, dass du den Bildausschnitt fast komplett mit dem Motiv füllst und dass die umgebenden Bereiche einen harmonischen Zusammenhang mit dem Motiv haben. So schaffst du eine optische Klammer und erhältst ein schlüssiges Foto.

Bildquellen

  • Galyna Andrushko – shutterstock.com

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