Beliebte Objektive für DSLR-Kameras

DSLR-Objektive

Objektive für DSLR Kameras sind grundsätzlich Wechselobjektive für digitale Systemkameras und werden von Markenherstellern für ihre Kameras (Bodys – Gehäuse) als systematisch aufgebaute Produktgruppe angeboten. Von einigen Fremdherstellern gibt es für die wichtigsten Markenkameras ebenfalls Objektiv – Sortimente. Die Range bei DSLR reicht wie beim Analog- (KB-) Objektiv bei einer Voll-Serie vom Super-Fisheye mit 185 Grad (Kreisbild) über Superweitwinkel ab 130 Grad (linienparallel) bis zum Extremtele (2,1 Grad). Dazwischen liegen Zoom-Objektive und HighEnd Festbrennweiten: Diese sind die Klassiker Weitwinkel (84 bis 63 Grad), das Normal Objektiv (55 bis 45 Grad), Porträt-Tele (30 bis 24 Grad) und Teleobjektive (18 bis 12 Grad), die mit hoher Lichtstärke gebaut werden können.

Analog-Objektive und ihr DSLR Einsatz

Die Verbesserung der einäugigen Spiegelreflexkamera in Deutschland mit Serien von Wechselobjektiven für Standard- und Spezial-Aufgaben und dem Dachkantprisma sowie ihre Weiterentwicklung in Japan führte zur Dominanz der SLR (Single Lens Reflex) im gehobenen Anwenderbereich der Analog-Photographie mit Film. Erste digitale Spiegelreflexkameras waren Umbauten bewährter SLRs mit anfangs noch sehr kleinen Sensoren-Chips anstelle des Films. Seit der Markteinführung der professionellen Digitalkameras ab 1991 – für die beschleunigte Pressearbeit – hat die DSLR (Digital Single Lens Reflex) eine rasante eigene Entwicklung erfahren und löste die analoge Spiegelreflexkamera ab. Die Bodys wurden mit noch mehr Elektronik ausgestattet und eigene Entwicklungen der Objektive für DSLR lösten die bewährten Vorgänger ab. Sie konnten zwar bei geeignetem markenspezifischem Anschluss (nur Bajonett) an digitalen Bodys weiter verwendet werden, aber oft nicht mit allen vom Gehäuse gesteuerten bzw. automatischen Funktionen. Außerdem wurde ein Teil ihrer Qualitäten “verschenkt”. Am DSLR Gehäuse entfaltet ein speziell für die Digital-Photographie berechnetes Objektiv erst die gesamte Qualität des Systems.

Analog-Wechselobjektive haben einen deutlich höheren korrigierten Abbildungsbereich gegenüber den Sensoren, die nur in Ausnahmefällen die Größe vom Vollformat der KB-Geräte haben (24 x 36 mm). Dadurch ergibt sich eine rechnerische sogenannte Brennweiten-Verlängerung (Crop Factor), die sich aus dem Größenvergleich zwischen KB-Format und Digitalsensor-Typ ergibt. Beim vergleichsweise großen Sensor APS-H der professionellen DSLR Kameras von Canon betragt der “Verlängerungs”-Faktor 1,3. Der weitverbreitete kleinere APS-C Sensor für Nikon, Pentax, Konica Minolta/Sony und Fuji bewirkt einen Faktor von 1,5. Die kleinere Variante des APS-C Sensors für die Einstiegsklasse von Canon hat einen Verlängerungsfaktor von 1,6. Vollformat-Sensoren, für die die Brennweite 1:1 erhalten bleibt, sind selten (Crop Factor 1,0). Man findet sie in den absoluten Top Modellen von Canon, Nikon, Sony und einer Leica. Viele Analog-Objektive bleiben auch an einer digitalen Systemkamera interessant, vor allem bei den Marken Nikon und Pentax, deren F- und K-Bajonette sich seit ihrer Einführung nicht mehr verändert haben. Die meisten Objektiv – Funktionen bleiben dadurch erhalten.

Entwicklung der Objektive für DSLR

Theoretisch hätten die Kamera- und Objektivhersteller Analog-Objektive einfach verkleinern und aus einem 35mm Objektiv ein Standardobjektiv machen können. Die innere Konstruktion eines analogen 35ers ist aber die eines Weitwinkels, mit einer anderen Lichtbrechung, die auch der Grund dafür ist, dass Weitwinkel schwieriger lichtstark zu konstruieren sind als Normalobjektive – um nur ein Beispiel zu nennen. Die Hersteller verwendeten daher Grundkonstruktionen und rechneten diese auf kürzere Brennweiten zurück. Dadurch wurden die Objektive für DSLR auch kompakter und leichter bei vergleichbarer Leistungsfähigkeit. Der Lichtaustritt auf der “Subjektiv”-Seite wurde auch speziell auf die Pixel-Technik der Sensoren angepasst sowie auf die kleineren Spiegel einer DSLR.
Die schon in der Analogtechnik dank der Fremdhersteller immer beliebteren Super-Zooms (Reise-Zooms 28 – 200 bzw. 28 – 300 mm) kamen nun kompakter und leichter mit dem Brennweitenbereich 18 – 200 bzw. 18 – 270 mm als universelle Objektive für DSLR heraus. Die Minimierung der Verwackelung durch Bildstabilisatoren – das Pionier-Objektiv war das Nikon 18 – 200 mm VR – förderte diesen Trend noch. Deshalb findet man inzwischen in der Range der Objektiv – Serien meist mehr starke Zooms als die rein bildtechnisch besseren Festbrennweiten oder Zooms mit geringem Spielraum (meist 3-fach).
Solange von den Sensoren die Auflösung und Bildtiefe des analogen Films nicht erreicht wird, können die Objektive für DSLR trickreich gebaut werden, da es seit 2004 bei DSLR Kameras interne elektronische Sofortkorrekturen von Objektiv-Fehlern gibt (on-the-fly).

Fußnote zu Sonderentwicklungen

Eine neue Klasse von spiegellosen Systemkameras mit Wechselobjektiven kommt zunehmend auf den Markt. Ihre Konstruktion hat noch keinen einheitlichen Begriff. Digital System Camera (DSC) setzt sich für diese Angreifer auf dem DSLR Markt offensichtlich durch. Schon geläufige hochleistungsfähige Bridge Cameras, auch Hybrid-Kameras genannt, arbeiten ebenfalls ohne Spiegel, besitzen aber keine Wechselobjektive.

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