| PeNum's Praxis-Tipps - Der Weg zum besserem Verständnis der Technik des Fotografierens |
Das kleine Digi-Einsteiger-ABC
verfaßt von User Hallodrio
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Ihr tragt Euch mit dem Gedanken, eine Kompakt-Kamera (Automatik oder Manuell) anzuschaffen oder habt euch gerade erst euren ersten digitalen Knipsapparillo zugelegt? Oft kann aber ein Anfänger trotz Bedienungsanleitung nicht so recht was mit den Begriffen wie z.B. ISO, Blende und Belichtung bzw. deren Zusammenhang zueinander anfangen und fragt sich darum vielleicht, wann welche Einstellungen für welche Situationen denn nun besonders sinnvoll sind. Ich versuche darum mal, ein paar wichtige Begriffe und Zusammenhänge ganz locker und möglichst einfach zu erklären, so dass auch ein Pixel-Greenhorn einen ersten Überblick bekommt. Die "Profis" unter uns mögen daher bitte wohlwollend
ein Auge zukneifen, wenn manche Erklärungen vielleicht nicht
immer 100% fachlich korrekt von mir ausgedrückt werden. Megapixel (Welche Auflösung soll es sein?) Sollen auch mal Abzüge bis 13x18cm oder etwas mehr möglich sein, wären 3-4 MP besser...zudem sind aus einem 3-4MP-Bild auch mal leicht beschnittene Ausschnitte möglich für ein dann immer noch evtl. ausreichendes 2MP-Bild (oder 10x15cm-Foto-Abzug). Mit 5 MP wäre dann etwa ein guter Abzug in 20x30cm möglich...5MP belegen natürlich auch viel mehr Speicherplatz auf der Speicherkarte....bzw. weniger Bilder passen drauf oder man braucht gleich eine Speicherkarte mit viel mehr MB, falls man die 5MP wirklich für große Abzüge oder zum Beschneiden am PC nutzen möchte. Die MP-Anzahl bezieht sich also weniger auf die Qualität eines
Fotos, sondern eher auf die Bildgröße, bzw. die maximal
mögliche Größe für einen Foto-Abzug bei guter
Qualität. 3 MP bedeuten beispielsweise eine Auflösung von 2048x1536 Pixel = reicht für einen guten 13x18cm-Abzug. Ein Pixel des Digitalbildes entspricht dabei einem Pixel auf dem
PC-Monitor. Um ein Bild Bildschirmfüllend auf dem PC-Monitor
dazustellen, reichen also in der Regel sogar schon 1,2 MP (1280x960
Pixel)...diese reichen aber allerdings nur noch so eben für einen
9x13cm-Foto-Abzug in ordentlicher Qualität. Alles klar? Auslöseverzögerung: Die benötigte AF-Zeit variiert je nach Lichtverhältnissen etwas. Hat die Kamera sogar ein AF-Hilfslicht, funktioniert die AF-Scharfstellung auch bei völliger Dunkelheit in Blitzreichweite noch zügig und zuverlässig. Allgemein bezeichne ich Kompaktkameras mit einer Auslöseverzögerung
(+AF-Zeit) mit bis zu 0,5 Sekunden als schnell....mit bis zu 0,7 Sekunden
als noch flott und gut schnappschusstauglich ...bis zu insgesamt knapp
unter einer Sekunde als etwas träge...und bei Zeiten die sogar
darüber liegen als lahm. Lichtstärke: Diese Anfangsblendenzahl deutet jedenfalls auf die Lichtstärke eines Objektivs hin. Sie liegt bei Kompaktkameras in der Regel bei einer Anfangsblenden-Zahl (Weitwinkel) von F2,8. Oft wird auch noch die Anfangsblende mit Zoom angegeben. Zoomt man hingegen, verschlechtert sich die "Lichtstärke" etwas. Die Blendenzahl wird etwas größer, die Belichtungszeit und die Verwackelgefahr (bei schlechteren Lichtverhältnissen) steigt in der Regel auch etwas. Darum sollte man in Räumen bei schlechterem Licht möglichst nur in Blitzreichweite (Motiventfernung bis etwa 4 m) zoomen. Also im Zweifelsfall lieber selbst etwas näher an das Motiv rangehen. Lichtstärkere (größere) Kameras mit einer Objektiv-Anfangsblende
von F2,0 oder gar einer noch kleineren Blendenzahl lassen da etwas
mehr Spielraum zu. Zudem müssen diese Kameras erst ein wenig
später auf den Blitz zugreifen und ermöglichen auch bei
nicht mehr ganz so gutem Licht etwas kürzere Belichtungszeiten
(gegen Verwackeln oder Motiv-Bewegungsunschärfe) ohne Blitz.
ISO-Wahl: Sind die Lichtverhältnisse mal nicht so gut, kann man mit hohen ISO-Zahlen die Belichtungszeit nochmals etwas verkürzen (gegen Verwackeln oder Bewegungsunschärfe) oder auch wenn man nicht blitzen möchte, dass Bild sonst zu dunkel würde oder die Blitzreichweite sowieso nicht für entfernte und auch bewegliche Motive reichen würde. Großer Nachteil einer höheren ISO-Zahl: Nur bei ungünstigem Licht und in Ausnahmefällen kann man
es auch mal mit ISO 200 versuchen, muss dann allerdings schon mit
sichtbarem Bildrauschen rechnen. Weissabgleich: Manchmal - je nach Licht - hat eine Kamera leichte Schwierigkeiten, besonders die Farbe Weiß richtig darzustellen. Die Bilder erhalten dann einen Farbstich oder auch "Schleier". Dies kann man jedoch schon oft vor der Aufnahme auf dem Display der Kamera erkennen. Dann kann man manuell eine andere Beleuchtungsart einstellen. Normalerweise kann man sich aber ganz gut auf die Weißabgleich-Automatik
verlassen. Viele Kameras der gehobenen Klasse haben auch noch einen
voll-manuellen Weißabgleich, mit dem man die richtige Einstellung
bei den jeweils gegebenen Lichtverhältnissen mit Hilfe eines
Abgleichs auf eine weiße Fläche (oder Papier) vornehmen
kann. Multi-AF oder AF-Center? Beim Multi-AF (AiF) hat man mehrere Messpunkte in einem größeren Messfeld (großer Rahmen im Display). Die Kamera stellt sich dann automatisch auf das "vermutete" Hauptmotiv innerhalb dieses Rahmens scharf. Sind aber mehrere mögliche Hauptmotive in unterschiedlichen Entfernungen innerhalb dieses Messrahmens (Multi-AF), kann es vorkommen, dass die Kamera einen "Mittelwert"(Misch-Schärfe) einstellt - also wird evtl. nichts richtig scharf. Bei der Einstellung AF-Center (Zentriert) bekommt man im Display einen kleineren Messrahmen angezeigt. Dieser Rahmen liegt normalerweise in der Bildmitte. Hier stellt sich der Fokus exakt auf das in der Bildmitte (im Messrahmen) befindliche Motiv scharf. Das will man ja oft genauso haben, also ist die Einstellung AF-Center normalerweise besser und zuverlässiger (besonders wichtig bei Makro-Aufnahmen). Befindet sich das Hauptmotiv aber mal NICHT in der Bildmitte und
man möchte trotzdem den zuverlässigeren AF-Center nutzen,
kann man das Hauptmotiv anvisieren, den Auslöser halb drücken
und so festhalten (AF-Abstand wird "zwischengespeichert").
Nun kann man die Kamera etwas schwenken, den gewünschten Bildausschnitt
neu festlegen und dann erst ganz auslösen. Auf diese Art kann
man sich auch für einen "schnellen Schnappschuss" die
AF-Zeit "einsparen", besonders wenn man nicht so eine besonders
flotte Kamera besitzt, indem man also das Motiv vorfokussiert und
dann erst kurze Zeit später im "richtigen Moment" ganz
auslöst. Dabei sollte sich natürlich der Abstand zum Motiv
in der Zwischenzeit (zwischen Vor-Fokussieren mit halb gedrücktem
Auslöser und dem Durchdrücken des Auslösers) möglichst
nicht verändern. Schärfentiefe: Bei Landschaftsaufnahmen möchte man in der Regel viel Schärfentiefe haben (möglichst alle Objekte im Bild sollen von vorne bis hinten scharf werden). Dazu wählt man am besten den Landschaftsmodus. Dabei wählt die Programm-Automatik eine kleinere Blendenöffnung (größere Blendenzahl). Das bedeutet jedoch, dass die Automatik auch eine etwas längere Belichtungszeit wählen muss - erst recht, wenn dazu gezoomt wird. Bei nicht so gutem Licht muss man muss die Kamera also ganz besonders ruhig halten oder sogar ein Stativ benutzen. Möchte man aber bewusst das Motiv vor einem möglichst unscharfen Hintergrund abheben, kann man den Portrait- oder auch Sport- / Action-Modus wählen. Beim Portrait- / Sport-Modus wählt die Programm-Automatik eine
größere Blende. Die Belichtungszeit sinkt sowie auch die
Verwackelgefahr. Auch eine mögliche Bewegungsunschärfe wird
gemindert. Allerdings erhält man in diesem Modus eher einen unscharfen
Hintergrund. Wie unscharf, hängt auch davon ab, wie weit man
selbst vom Motiv und dieses vom Hintergrund entfernt sind. Spot-Modus: Wählt man diesen Modus, befindet sich oft ein Fadenkreuz in der Display-Mitte. Hier wird exakt die nötige Belichtungszeit für das in der Bildmitte befindlichen Motivs gemessen - unabhängig davon, wie hell oder dunkel das Motiv selbst oder in der Nähe befindliche Objekte sind (z.B. Person vor hellem Fenster oder neben einer hellen Lampe). Der Spot-Modus kann aber auch dazu führen, dass zwar das Hauptmotiv richtig belichtet wird, jedoch ein noch helleres Objekt im Hintergrund etwas überbelichtet (noch heller) wird oder auch ein dunkleres Objekt (dunkler als das Hauptmotiv) etwas unterbelichtet (dunkler) wird. Den Spot-Modus kann man z.B. prima bei Sonnenuntergängen einsetzen, indem man direkt in die untergehende Sonne (oder knapp daneben zielt (Bildhelligkeit ändert sich dabei). Diese so gewählte Bild-Helligkeit kann man auch mit halb gedrücktem Auslöser "speichern" und so für einen etwas anderen Bildausschnitt quasi "mitnehmen". Möchte man eine Person vor einer untergehenden Sonne ablichten, kann zusätzlich dazu Zwangsblitzen, sofern sich die Person auch in Blitzreichweite befindet. EV-Belichtungskorrektur: Beispiel für +EV: Beispiel für -EV: Manche Kameras besitzen zudem noch eine Histogramm-Anzeige, eine
grafische Darstellung zur Kontrolle / genaueren Abschätzung einer
optimal eingestellten Belichtungszeit. Nacht/Dämmerungsmodus: Ohne Blitz: Mit Blitz: Makro: Besonders bei Extrem-Makros (nur wenige cm Motivabstand) kommt es oft je nach Lichtverhältnissen (oder manueller Blendenvorwahl) auf jeden Schärfe-Millimeter an. Also bei Makros möglichst zügig den Auslöser weiter durchdrücken und zudem AF-Center nutzen. Wer es nun bis hierhin geschafft und "trotzdem" soweit
im Großen und Ganzen alles verstanden hat, wird ganz bestimmt
sehr bald nach ein paar wenigen Teststunden seine neue Automatik-Digitalkamera
in dem meisten Situationen gut im Griff haben. Für Besitzer einer Kamera mit manueller Blenden- und / oder Belichtungsvorwahl versuche ich nun noch, diese beiden Begriffe und deren Bedeutung / Abhängigkeit voneinander, stark vereinfacht zu erklären: Stell dir einfach mal ein Wasserglas unter einem Wasserhahn vor. Das Glas ist dabei das Foto, welches mit Wasser (Licht) gefüllt werden soll und der Wasserhahn selbst ist dabei die Blende. Das Glas (Foto) soll natürlich möglichst voll (richtig belichtet) werden, also nicht überlaufen (Foto überbelichtet) und auch nicht nur halb voll werden (Foto unterbelichtet). Wie schnell das Glas (Foto) in welcher Zeit (ausreichend belichtet) mit Wasser (Licht) voll wird, kommt also auch darauf an, wie weit man den Wasserhahn öffnet (Blendenöffnung). Daraus schließen wir: Will man hingegen bewusst möglichst lange belichten (z.B. Nachtaufnahmen), muss man also die Blende (Wasserhahn) mehr schließen, damit das Glas (Foto) langsamer mit Wasser (Licht) voll wird (längere Belichtungszeit). Bei kleinerer Blende erhält man auch mehr Tiefenschärfe. Wichtig: Sind ab und zu verwackelte Bilder dazwischen? Überschreitet man diese Verwacklungsgrenze leicht, sollte man die Kamera zusätzlich abstützen. Wird die Belichtungszeit noch länger, muss man die Kamera irgendwo während der Aufnahme ablegen oder ein Stativ benutzen. Gutes Gelingen und allzeit prima Fotos wünscht
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| Meinen Dank an unseren User Hallodrio, der diesen sehr verständlichen Beitrag geschrieben hat. | ||
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