Fotos selbst ausdrucken oder entwickeln lassen?

Fotos selbst ausdrucken oder entwickeln lassen?

Heutzutage gibt es zahlreiche Möglichkeiten, deine Digitalfotos zu Papier zu bringen. In diesem Artikel stellen wir die verschiedenen Techniken ausführlich vor, um dir die Entscheidung ein wenig zu erleichtern.

Fotos selbst ausdrucken

Die einfachste Möglichkeit ist auf den ersten Blick der eigene Tintenstrahldrucker. Mit einem hochwertigen Gerät und Spezial-Fotopapier kannst du in der Tat sehr gute Ergebnisse erzielen.

Allerdings hat der Tintenstrahldruck neben verschiedenen Vorzügen auch Nachteile. Zu diesen gehören die hohen Kosten, mit denen der Selbstdruck verbunden ist: Gutes Fotopapier ist teuer; der Tintenverbrauch ist nicht zu unterschätzen. Und wenn du deinen Drucker nicht regelmäßig verwendest, trocknen die Tintenkartuschen schnell ein und müssen dann für ein optimales Druckergebnis ausgetauscht werden. Diese Kosten können sich schnell zu ordentlichen Beträgen summieren.

Druckkosten kalkulieren

Leider ist es ziemlich kompliziert, die echten Druckkosten zu berechnen. Beim Papier fällt dies noch relativ leicht. Der Tintenverbrauch hängt jedoch davon ab, wie hell oder dunkel deine Fotos sind und welche Farben darauf überwiegen.

Wenn du einen neuen Drucker kaufst, solltest du darauf achten, dass er für jede Druckfarbe eine separate Tintenkartusche besitzt (oder wenigstens eine separate Kartusche für die schwarze Farbe). Bei Modellen mit nur einem einzigen Tintentank vergeudest du meist viel Farbe, weil sich eine davon schneller verbraucht als die anderen.

Weiterhin solltest du prüfen, ob das Gerät spezielle Kartuschen für den Fotodruck vorsieht. Solche Fototinte soll feinere Farbstufungen vor allem bei Hauttönen ermöglichen, ist aber teurer als normale Druckfarbe.

Beim Druckpapier gilt: Je besser das Papier, desto eher wirken deine Ausdrucke wie echte Abzüge. Wirklich gutes Papier ist jedoch relativ teuer. Am besten beginnst du mit einer kleinen Menge des Spezial-Fotopapiers deines Druckerherstellers. So erhältst du einen Eindruck davon, was dein Drucker leisten kann und hast eine gute Ausgangsbasis für einen Vergleich mit den Papieren anderer Hersteller.

Wähle dabei möglichst die Fotopapiersorten bekannter Hersteller. Für billiges Papier aus dem Discounter sind deine Fotos einfach zu schade und die Druckfarben zu teuer. Es gibt auch spezielle Sets, mit denen du deine Fotos auf alles Mögliche aufbringen kannst: Kalender, Aufkleber, Grußkarten, Transparenzfolien – sogar Zubehör für den Druck auf Kaffeetassen und T-Shirts hält der Markt bereit.

Weiterhin bekommst du mittlerweile auch Strukturpapiere, die an herkömmliches Aquarellpapier oder an Leinwand erinnern und mit denen du deinen Ausdrucken einen künstlerischen Touch verleihen kannst.

Spezielle Fotodrucker

Spezielle Fotodrucker

Für besondere Ansprüche kannst du auch spezielle Foto-Tintenstrahldrucker erwerben. Diese Geräte sind bequem und einfach zu bedienen und geben die Farbabstufungen und -schattierungen deines Fotos deutlich besser wieder als normale Büro- oder Allzwecktintenstrahldrucker.

Die großen Hersteller bieten auch kleine Thermosublimationsdrucker, die über PictBridge ganz ohne PC drucken können: Du steckst einfach die Speicherkarte deiner Kamera oder ein anderes Wechselmedium direkt in den Drucker ein. Die größten Nachteile dieser Geräte sind, dass die Verbrauchsmaterialien ziemlich teuer sind und dass du nur relativ kleine Drucke herstellen kannst (oft 10 x 15 cm) – es sei denn, du legst sehr viel Geld für den Drucker hin. Die Druckgeschwindigkeit ist langsam.

Fotokioske im Discounter oder Drogeriemarkt

Fotokioske im Discounter oder Drogeriemarkt

Wenn du von deinen Bildern Abzüge herstellen lässt, erhältst du in vielen Fällen bessere Ergebnisse als mit dem Tintenstrahl- oder Fotodrucker – und sparst überdies eine ganze Menge Geld.

In den letzten Jahren sind nicht nur die Online-Fotodienstleister wie Pilze aus dem Boden geschossen. Vielmehr stehen in vielen Discountern und den meisten Drogeriemärkten mittlerweile Fotokioske mit Selbstbedienung: Du steckst deine Speicherkarte, einen USB-Stick oder eine CD/DVD in den Automaten und wählst über einen Touchscreen aus, welche Bilder du entwickeln lassen möchtest.

Viele Geräte bieten die Möglichkeit, jetzt noch eine einfache Bildbearbeitung vorzunehmen, die Bilder zuzuschneiden oder rote Augen zu entfernen. (Es empfiehlt sich allerdings, diese Arbeitsschritte zuhause am eigenen Computer vorzunehmen: Hier hast du mehr Ruhe und der Leistungsumfang von Bildbearbeitungsprogrammen ist sehr viel höher als der von Entwicklungsautomaten.)

Anschließend wählst du die gewünschte Bildgröße, die Anzahl der Abzüge sowie (falls der Automat diese Funktion bietet) das Finish – und nach kurzer Zeit hältst du deine Bilder in der Hand. Bezahlt wird üblicherweise an der Kasse.

Die Qualität der Fotos ist meist durchschnittlich; für gelegentliche Schnappschüsse reicht sie jedoch vollkommen aus.

Online-Fotodienstleister

Auf der anderen Seite steht die Vielzahl von Laboren, die ihre Dienste über das Internet anbieten.

Die Entwicklung beim Online-Dienstleister ist wohl die bequemste Variante. Du kannst die Abzüge von zu Hause aus ordern und erhältst sie auch direkt an die Haustür geliefert.

Gerade wenn du eine große Anzahl Fotos entwickeln lassen möchtest, ist diese Option außerdem die günstigste. Die Abzüge aus den Entwicklungsautomaten der Discounter sind normalerweise etwas teurer. Außerdem hast du beim Online-Dienstleister meist eine deutlich größere Auswahl an Bildformaten und Finish-Optionen (Hochglanz, Seidenmatt oder Matt).

Zahlreiche Anbieter stellen eine spezielle Software zum Download zur Verfügung, über die du die Bilder leichter auf den Server des Dienstleisters übertragen kannst. Oft enthalten die Programme geführte Assistenten, um den Prozess noch weiter zu vereinfachen.

Nachdem du deine Fotos hochgeladen hast, werden sie im Labor des Online-Dienstleisters entwickelt. Ein paar Tage später hast du die fertigen Abzüge im Briefkasten.

Bei vielen Anbietern kannst du die Dateien überdies in einem Online-Album speichern, sodass sich später bequem Fotos nachbestellen lassen. Du kannst den Link zum Online-Album etwa von einer Party oder Familienfeier auch mit deinen Lieben teilen, sodass diese ebenfalls Abzüge ordern können.

Außer der heutzutage eher zweitrangigen Tatsache, dass du eine Internet-Verbindung brauchst, könnte der Zeitfaktor ein Nachteil von Online-Dienstleistern sein. Weil die Bilder mit der Post versandt werden, musst du normalerweise ein paar Tage auf die fertigen Abzüge warten – nichts für Ungeduldige! Hier sind der Fotokiosk im Drogeriemarkt bzw. der eigene Tintenstrahldrucker eindeutig im Vorteil.

So findest du einen guten Online-Anbieter

Bei der Vielzahl der Anbieter im Internet scheint es zunächst eine schwierige Aufgabe, das richtige Labor zu finden.

Grundsätzlich solltest du vor allem auf die folgenden Kriterien achten:

  • Im Idealfall bietet der Anbieter eine spezielle, kostenlose Software, mit der du alle gewünschten Bilder auf einmal auf den Server laden kannst.
  • Prüfe, ob das Labor die verwendete Fotopapiermarke auf seiner Website nennt. Es sollte sich um gutes Markenpapier handeln.
  • Hast du die Wahl zwischen weißen und abgeschnittenen Rändern? Bilder aus der Kompaktkamera passen nicht auf das analoge 3:2-Fotopapierformat. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das 4:3-Papierformat angeboten wird. Dann müssen die Ränder nicht beschnitten werden.
  • Verzichtet der Anbieter wahlweise auf eine Bildoptimierung? Wenn du die Bilder bereits selbst an deinem Computer bearbeitet hast und die Bilder dann beim Dienstleister erneut optimiert werden, kann das Ergebnis suboptimal sein.

Die Qualität der Abzüge aus den verschiedenen Laboren kann erheblich voneinander abweichen. Bevor du einen ganzen Schwung Bilder in Auftrag gibst, lohnt es sich deshalb, zunächst nur einige wenige Fotos zur Probe entwickeln zu lassen.

Wenn du die Abzüge in den Händen hältst, achte genau auf Detailverluste sowie Über- und Unterbelichtungen. Besonders oft kommen Farbverschiebungen mit unschönen Farbstichen vor, etwa ins Grünliche oder Bläuliche. Deine Porträtfotos erhalten ein ungesundes Aussehen.

  • Grobe Fehler entdeckst du gleich – dazu gehören schlecht zugeschnittene Kanten und weiße Ränder.
  • Farbfehler sind möglicherweise nicht ganz so einfach zu erkennen, wenn du keine Abzüge derselben Fotos von einem anderen Anbieter zu Vergleichszwecken hast. Hier aber ein paar Dinge, auf die du achten solltest: Am leichtesten entdeckst du allgemeine Farbstiche, wenn du Bereiche betrachtest, die auf jeden Fall weiß sein sollten, zum Beispiel Wolken, Schnee oder weiße Kleidung. Hilfreich kann es auch sein, die Fotos auf einem zuverlässigen Tintenstrahldrucker mit unverbrauchten Farbpatronen auszudrucken und sie neben die Abzüge aus dem Online-Labor zu legen.

Wie du beim Entwickeln deiner Fotos viel Geld sparen kannst

Wenn du ein bisschen recherchierst, bevor du dich für einen Online-Anbieter entscheidest, sparst du unter Umständen den einen oder anderen Euro. Möchtest du 100 oder mehr Bilder entwickeln lassen, kann der Unterschied durchaus deutlich ins Gewicht fallen.

Es liegt nahe anzunehmen, dass es auf jeden Fall billiger sei, wenn du deine Bilder in einem Online-Labor entwickeln lässt als in einem Fotokiosk im Discounter. Das stimmt jedoch nicht unbedingt: Wenn du zum Beispiel nur fünf oder sechs Bilder möchtest, dann kommst du wahrscheinlich billiger weg, wenn du den nächsten Einkauf als Gelegenheit nutzt, gleich deine Bilder am Fotokiosk entwickeln zu lassen. Bei einer so geringen Bildanzahl würden die Portokosten unverhältnismäßig zu Buche schlagen.

Einige Online-Anbieter bieten für Neukunden eine ansehnliche Anzahl kostenloser Abzüge. Auch dann musst du natürlich Portogebühren bezahlen, aber diese belaufen sich auf einen Bruchteil der Kosten für die Entwicklung der Bilder. Nichts kann dich daran hindern, auf diese Weise unterschiedliche Anbieter zu „testen“. Wenn du es geschickt anstellst, kommt so eine hübsche Anzahl kostenloser Abzüge zusammen.

Weiterhin kannst du Geld sparen, wenn du nicht jedes Mal nur ein paar wenige Fotos entwickeln lässt, sondern ein wenig Geduld aufbringst, die Bilder sammelst und dann einen ganzen Stapel auf einmal entwickeln lässt: Die meisten Online-Fotodienste haben Staffelpreise – je mehr Bilder du entwickeln lässt, desto günstiger ist der Preis pro Abzug. Du kannst also Geld sparen, wenn du nicht 95 Fotos entwickeln lässt, sondern wartest, bis das Hundert voll ist. Ab dieser Anzahl gibt es oft einen günstigeren Preis, danach wieder ab 200 Abzügen usw.

Bei einigen Online-Entwicklungsdienstleistern kannst du Credits kaufen. Das mag zunächst eine verhältnismäßig hohe Investition bedeuten, wenn du beispielsweise Credits für 200 Fotos kaufst, aber momentan nur 20 entwickeln lassen möchtest. Auf lange Sicht gesehen verringern sich dadurch jedoch die Kosten pro Abzug, ohne dass du sammeln musst, bis du eine größere Menge Bilder zur Entwicklung hochladen kannst.

Bevor du dich auf den Kauf von Credits einlässt, solltest du den Anbieter aber getestet haben, damit du sicher sein kannst, dass er gute Abzüge liefert. Beachte auch, dass die Credits mancher Anbieter ein Ablaufdatum haben (zum Beispiel 12 Monate).

Bildquellen

  • Leigh Prather – shutterstock.com
  • DigitalHand Studio – shutterstock.com
  • WillMcC – wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)

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