Wer nicht einfach nur Schnappschüsse anfertigt, sondern sich mit Fotografie ein wenig weiter auseinandersetzt, wird vor seinen Aufnahmen auch einmal mit der Blende experimentieren wollen. Damit können Sie zum einen die Lichtmenge beeinflussen, welche die Digitalkamera aufnimmt (wichtig für Aufnahmen mit Langzeitbelichtung) und zum anderen die Schärfentiefe bei einem Bild beeinflussen. Letztere entscheidet, wie viele Teile des Bildes scharf zu sehen sind.
Auf dem Beispielbild (rechts oben) ist gut zu erkennen, wie dies in der Praxis funktioniert. Auf dem linken Foto wurde eine Blende 8.0 verwendet und der gesamte Teil des Zollstocks ist scharf, während auf dem rechten Foto die Blende 2.8 benutzt wurde und nur ein kleiner Bereich scharf zu erkennen ist. Dies ermöglicht fotografische Effekte ohne eine Bildbearbeitungssoftware, indem Sie ein wenig mit der Blendenöffnung experimentieren.
Die Beeinflussung der Schärfentiefe mittels der Blendenöffnung
Auf dem obersten Bild sehen Sie die Blendenöffnungen 1.8, 8 und 22. Die Brennweite des Objektivs ist 50mm. Wenn Brennweite und Entfernung für die Aufnahme gleich bleiben und nur die Blendenöffnung geändert wird, gilt: Je kleiner die Blendenöffnung, desto größer ist die Schärfentiefe. In der Tabelle sehen Sie beispielhaft, wie die Tiefenschärfe bei einem in fünf Metern entfernten Objekt aussieht, wenn oben gezeigte Linsen zum Einsatz kommen.
Es ist ganz gut zu erkennen, dass man mit der größten Blende bzw. dem geringsten Lichtdurchlass die beste Tiefenschärfe erreicht. Hier gibt es einen kostenlosen Online-Rechner, mit welchem Sie die exakten Werte für Ihre Digitalkamera ausrechnen können. Zudem finden Sie auf der Seite weitere Links zu anderen Schärfentiefe-Rechnern und genaue Erklärungen, was es mit den Werten in der Tabelle auf sich hat.
Ohne Blendenöffnung die Schärfentiefe beeinflussen
Wer ein Objekt aus nächster Nähe fotografiert, der büßt einiges an Schärfentiefe ein, wie das Bild rechts eindrucksvoll zeigt. Es ist gut zu erkennen, dass große Teile des Textes unscharf sind, einfach weil wir mit der Digitalkamera nah dran sind. Möchte man größere Teile des Textes scharf fotografieren, empfiehlt es sich, ein Stück mit der Kamera zurückzugehen. Die Blendenöffnung muss dabei nicht verändert werden.
Eine andere Möglichkeit, bei gleicher Blendenöffnung unterschiedliche Schärfentiefe zu bekommen, ist der Wechsel des Objektivs. Wer auf seine Kamera ein Weitwinkelobjektiv stülpt, der bekommt eine viel größere Schärfentiefe zustande, ohne den Aufnahmeabstand ändern zu müssen. Die folgende Tabelle verdeutlicht dies ganz gut.
Anhand der letzten Spalte kann man sehen, das bei den größten Weitwinkelobjektiven (also denen mit der kleinsten Brennweite) keine Scharfstellung nötig ist, weil der ganze Bereich schon Schärfentiefe aufweist.
Probieren Sie ruhig auch mal ein wenig an der Blendenöffnung herum, mit einer Beeinflussung der Schärfentiefe lassen sich interessante Fotos schießen.
Bildnachweise
Bild (1): Frank C. Müller CC-BY-SA 2.5
Bild (2): Florian Schott CC-BY-SA 3.0
Bild (3): Ligar CC-BY-SA 3.0








