Das richtige Objektiv auswählen

Das richtige Objektiv auswählen

Wenn es um den Kauf eines passenden Objektivs für die Spiegelreflexkamera geht, stehen viele Hobbyfotografen etwas hilflos vor der gigantischen Auswahl. Es gibt Hunderte von verschiedenen Objektiven am Markt und die schiere Menge an Informationen kann überwältigend sein!

Um die Sache ein wenig zu vereinfachen, bieten wir dir in diesem Artikel eine Einführung in die wichtigsten Objektarten sowie deren jeweilige Vor- und Nachteile. Wir können keine umfassende Anleitung für den Kauf eines Objektivs bieten; aber du erhältst eine bessere Vorstellung von den verfügbaren Modellen und erfährst, was du beachten solltest, bevor du deine Wahl triffst.

Im Großen und Ganzen gibt es fünf Arten von Objektiven:

  1. Standard-Zoom-Objektiv
  2. Teleobjektiv
  3. Weitwinkelobjektiv
  4. Makroobjektiv
  5. Festbrennweitenobjektiv

Darüber hinaus gibt es verschiedene Spezialobjektive, die sich jedoch in der Regel in eine der genannten Kategorien einordnen lassen.

Standard-Zoom-Objektiv

Das Standard-Zoom-Objektiv ist das am häufigsten verwendete Objektiv und wird meist beim Erwerb einer neuen Spiegelreflexkamera mitgekauft. Die Brennweite eines Standard-Zoom-Objektivs beträgt in der Regel 18mm-55mm. Diese Brennweite eignet sich für Amateure und Fotografieeinsteiger recht gut: Sie ist flexibel und bietet dir eine Vielzahl von Möglichkeiten für die Bildkomposition. In Fachforen wirst du zweifellos viele Beiträge von Foto-Enthusiasten zur minderen Qualität der Standard-18-55-mm-Objektive finden … Tatsache ist jedoch: Die Qualität ist mit Sicherheit gut genug, um den Umgang mit einer Spiegelreflexkamera zu erlernen, die Zoomfunktion in den Griff zu bekommen und schöne Aufnahmen zu machen! Wenn deine Fotografie später Fortschritte machst, wirst du wahrscheinlich von alleine damit beginnen, dich nach anderen Objektiven umzusehen.

Teleobjektiv

Dieser Objektivtyp hat eine sehr viel längere Brennweite als das Standard-Zoomobjektiv. Es eignet sich damit ideal für die Fotografie entfernter Objekte wie etwa Vögel oder Wildtiere. Auch bei Sportveranstaltungen und Konzerten leistet es gute Dienste. Es gibt bei den Teleobjektiven viele verschiedene Auswahlmöglichkeiten. Jede Marke hat ihren eigenen Brennweitenbereich. Einige gängige Brennweiten sind 55mm-250mm, 70mm-300mm und 75mm-300 mm.

Du musst keineswegs ein Profi sein, um mit diesen Objektiven gute Aufnahmen zu machen. Allerdings wirst du wahrscheinlich eine Weile damit üben müssen, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

Weitwinkelobjektiv

Alles, was weiter ist als 35 mm, wird normalerweise als Weitwinkelobjektiv bezeichnet. Die beliebtesten Brennweiten sind in diesem Bereich 10mm-20 mm, 12mm-24 mm und 11mm-16 mm.Wie der Name andeutet, fotografierst du mit einem Weitwinkelobjektiv einen möglichst weiten Bildausschnitt. Dieser Objektivtyp ist deshalb bei Landschafts- und Naturfotografen sehr beliebt.

Auch Fischaugenobjektive fallen in die Weitwinkelkategorie; sie verzerren das Bild überdies kreisförmig.

Makroobjektive

Makroobjektive sind speziell für Nahaufnahmen konstruiert. Sie haben oft variable Brennweiten und manchmal auch ein Vergrößerungselement. Durch dieses kannst du Insekten und andere winzige Objekte, die das menschliche Auge nicht in vollem Detailreichtum erkennen kann, vergrößert auf den Sensor bannen.

Objektive mit Festbrennweite

Objektive mit Festbrennweite schließlich bieten keine Zoom-Möglichkeit. Möchtest du hier die Bildkomposition ändern, musst du dich selbst näher an das Motiv heranbewegen oder zurücktreten. Beliebte Festbrennweiten sind 14 mm, 35 mm, 50 mm, 80 mm und 100 mm.

Festbrennweitenobjekte sind bei Amateur- und Profifotografen gleichermaßen beliebt. Der Grund: Die Bildqualität und -schärfe ist ausgezeichnet. Diese Qualität hat jedoch ihren Preis …

Bevor du dir ein Festbrennweitenobjektiv leistest, solltest du dir über die Einschränkungen dieses Objektivtyps im Klaren sein. Wenn du ständig viele verschiedene Motive fotografierst, kann es besser sein, zunächst in ein gutes Objekt mit einer variablen Brennweite zu investieren.

Was ist beim Kauf eines Objektivs noch wichtig?

Bevor du dich für ein bestimmtes Objektiv entscheidest, solltest du auch seinen Blendenwert prüfen. Dieser beschreibt, wie stark sich das Objektiv im Verhältnis zum Licht, das in die Kamera eintritt, öffnen kann. Der Blendenwert wird immer in f-Zahlen angegeben. Für den Einsteiger möglicherweise verwirrend: Je niedriger die Zahl, desto größer ist die Blendenöffnung.

Ein Objektiv mit einer größeren Blendenöffnung wird in der Regel als „schnelleres“ Objektiv bezeichnet. In Situationen mit schlechtem Licht und wenn du – etwa bei der Sport- oder Tierfotografie – eine schnelle Verschlussgeschwindigkeit brauchst, erzielst du damit bessere Bilder als mit einem „langsameren“ Objektiv. Der Blendenwert eines Objektivs ist außerdem direkt mit der Schärfentiefe verknüpft.

Normalerweise geben die Hersteller den maximalen Blendenwert (und manchmal auch den Minimalwert) des Objektivs neben der Brennweite an.

Vereinfacht ausgedrückt, bietet ein Objektiv mit einer großen Öffnung (in der Regel f1.0, f/1.4, f/1.8 oder f/2.8) die größte kreative Flexibilität.

Für die allgemeine Qualität eines Objektivs sind Schärfe, Verzeichnung, Vignettierung und chromatische Aberration wichtig. Wenn du dich beim Fachhändler beraten lässt oder dich in Fachforen und bei anderen Fotografen über Objektive informierst, solltest du dich vorab mit diesen Begriffen auseinandergesetzt haben. Manche Händler bieten die Möglichkeit, ein Objektiv zunächst für einen bestimmten Zeitraum zu leihen, bevor du es kaufst. Dies ist die sicherste Möglichkeit um festzustellen, ob es sich für deine Zwecke und Ansprüche eignet.

Nicht zuletzt gibt es auch die Möglichkeit, gebrauchte Objektive zu teils recht günstigen Preisen zu kaufen oder auf einer Online-Auktion zu ersteigern. Denke dabei daran, dass du als Nikon- oder Canon-Kamerabesitzer keineswegs auf Objektive dieser Hersteller angewiesen bist. Objekte von Drittherstellern wie etwa Sigma, Tamron und Zeiss haben ebenfalls eine sehr hohe Qualität und sind oft deutlich preiswerter als die Objektive der Originalfirmen.

Titelbild © Petr Svoboda – 123rf.com

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